Hoffnungslicht – Licht der Verbundenheit

Bildschirmfoto 2020-04-18 um 15.15.47<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-hombrechtikon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>87</div><div class='bid' style='display:none;'>1713</div><div class='usr' style='display:none;'>30</div>

Um während der Corona-Krise ein Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit zu setzen, rufen wir alle Menschen auf, jeweils donnerstags um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden, sie sichtbar vor dem Fenster zu platzieren und zu beten, z.B. ein Unservater.
David Jäger,
Die evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS und die Schweizer Bischofskonferenz SBK setzen zusammen ein «Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit». Sie rufen alle Menschen dazu auf, jeden Donnerstagabend um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden, sie sichtbar zu platzieren und zu beten. Beispielsweise ein Vaterunser für die am Coronavirus Erkrankten und das Gesundheitspersonal.

Diese Aktion nahm als Passionslicht vor Ostern ihren Anfang und wurde von vielen Kirchen und Gemeindemitgliedern geschätzt. Aufgrund der andauernden Corona-Krise sind Solidarität und Zeichen der Hoffnung weiterhin gefragt. Deshalb wird die Licht-Aktion als Hoffnungslicht fortgeführt.

Vielleicht singen Sie auch das bekannte Lied: "Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen…" Diesen Text kennen viele auswendig und haben ihn schon als Kind als Abendlied gehört. Man kann geborgen einschlafen, wenn am Ende – wie am Ende der ersten Strophe - alles wunderbar ist. Die letzte ebenfalls sehr bekannte Strophe mit ihrer Anrede "So legt euch denn ihr Brüder" (gemeint waren schon damals alle Menschenkinder) führt allerdings mitten hinein in unsere Tage. Denn nun ist nicht mehr alles einfach wunderbar, sondern der Abendhauch ist kalt.

Als Matthias Claudius diesen Text 1779 schrieb, waren Krankheit und Tod ganz anders präsent als heute. Vieles, was uns heute als Kleinigkeit erscheint, war für Menschen unbesiegbar, lag also in Gottes Hand. Das Jahrzehnt, in dem der Text entstand, war von Hungerkatastrophen und neuen, tödlichen Infektionskrankheiten in vielen Regionen Deutschlands verbunden. Und da schreibt Matthias Claudius, der selbst viel Krankheit und Tod und Leid in seiner Familie erlebt hat, diesen Text voller Zuversicht und Vertrauen.

Trotzdem verschweigt dieses gesungene Abendgebet den Tod nicht. Unser Leben ist zerbrechlich, angreifbar und endlich. Wir werden jetzt wieder daran erinnert. Und zugleich können wir uns mit diesem Lied daran erinnern lassen, dass der Tod nicht das letzte Wort über uns hat. Auch nicht die Angst vor dem Tod oder seine Realität. Denn das Lied erinnert daran, dass es zugleich das Leben in aller Fülle gibt – jetzt und über den Tod hinaus. Davon können wir gemeinsam ein wunderbares Lied singen und dann hoffentlich in unseren stillen Kammern ruhig schlafen, in dieser Nacht und in allen, die kommen.

Gemeinsam bewältigen wir diese Krise!
Bereitgestellt: 19.03.2020    
aktualisiert mit kirchenweb.ch