Die Kirche ist offen...

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Unsere Kirche ist jeden Tag geöffnet und kann als Raum des Gebets und Ort der Stille besucht werden.
Öffnungszeiten
8.00 – 17.00 Uhr von Montag bis Sonntag, auch während den Schulferien.
Andreas Dürr,
Unsere Dörfer und Städte sind vor allem eines: hektisch und laut, eben voller Leben. Abschalten fällt da manchmal schwer. Und dann gibt es da diese kleinen Inseln der magischen Ruhe, mittendrin im Geschehen. Eine Kirche. Wir müssen nur die Tür öffnen.

Wer kennt es nicht? Wenn man durch die Stadt streift, ganz gleich ob zu Hause oder in der Fremde, ist es geradezu unmöglich, das beständige Hintergrundrauschen auszublenden, das mittlerweile zum festen Bestandteil unseres Alltags geworden ist. Ein bellender Hund, hupende Autos, die zahllosen in ein Gespräch vertieften Menschen, klingelnde Handys, jauchzende Kinder und aus den Geschäften schallende Radios – an jeder Ecke wartet ein neues akustischen Signal, das zwar oftmals nur unterbewusst registriert, doch aber von unserem Kopf verarbeitet wird. Unseren Ohren ist eigentlich so gut wie nie eine Pause vergönnt.

So wichtig dieses betriebsame Summen für unseren Bienenstock auch ist – immerhin gewinnt er dadurch auch einen großen Teil seiner Lebendigkeit – gibt es doch immer wieder Momente, in denen wir ihm am liebsten entfliehen würden. Einfach kurz auf Pause drücken und einen Moment tief durchatmen ehe man sich wieder ins Getümmel wirft. Eine verlockende Vorstellung, von der wir oft nur zu träumen können glauben. Dabei ist sie gar nicht so schwer zu realisieren. Denn es gibt Orte, an denen das von ganz allein passiert. Ganz ohne unser Zutun.

Durch die Tür
Wer nun glaubt lange suchen zu müssen irrt, denn es gibt sie im Grunde überall. Schon von ferne locken Türme mit Glockengeläut oder prachtvollen Kuppeln. Wir bewundern, was seine Diener vor teils vielen hundert Jahren zu seinen Ehren erschaffen haben.

Öffnet man die Tür der Kirche, lässt man das Hier und Jetzt hinter sich. Man betritt nicht nur irgendein Gebäude. Kaum hat man die Schwelle überquert, bleiben alle Hektik und aller Lärm einfach draußen zurück. Als hätte man sie an der Garderobe abgegeben wie einen Mantel. Es ist plötzlich eigentümlich still. Ein Zustand, den man sich wenige Minuten zuvor auf den belebten Strassen und Plätzen kaum vorstellen konnte.

Ehrfurcht
Seltsam, oder? Man hat sich eigentlich nur wenige Meter fortbewegt und doch fühlt es sich an, als hätte man eine ganz andere Welt betreten. Eine Welt, die nicht nur ohne ständiges Hintergrundrauschen auskommt, sondern in der sich auch die Akteure mäßigen. Und dabei ist das oftmals gar keine bewusste Handlung, es passiert einfach von ganz allein. Gespräche werden zu einem leisen Flüstern oder verebben ganz. Handys werden höchstens für ein paar Fotos herausgeholt, telefoniert wird nicht. Niemand flitzt eilig durch die Gänge, niemand ruft lautstark quer durch das Kirchenschiff nach einem Bekannten.

Selbst Kinder schalten einen Gang zurück. Auch wenn es dafür manchmal erst einer Aufforderung durch die Eltern bedarf: Die Kleinsten merken ebenfalls, dass sie an einem besonderen Ort sind, dem es Respekt zu zollen gilt. Es ist wie ein ungeschriebener Codex, an den sich jeder hält. Ob Jung oder Alt, ob schüchtern oder extrovertiert – die Ehrfurcht gebietende Erhabenheit einer Kirche lässt kaum einen Besucher unberührt.

Eine Geschichte
Für mich ist es dabei oftmals das Mauerwerk der Kirche selbst, das mir diesen Respekt abnötigt. Denn kaum hat man einen Fuss in das Kirchenschiff gesetzt, wird man von der schieren Grösse des Raumes eingefangen. Es geschieht schon fast zwangsläufig, dass man als erstes den Kopf in den Nacken legt und nach oben schaut. An den dicken Mauern entlang, die die ganze Last des Daches tragen, über die teils mit Buntglas bestückten Fenster zu den aufwendig gestalteten Deckenfresken empor.

Wir sehen uns heute täglich so viele Bilder an. Flüchtige Momente auf Fotos festgehalten, die doch nur selten einen besonderen Wert haben. An diesen Decken ist das anders. Über Monate und Jahre haben ihre Erschaffer an den Bildern und Stuckaturen gearbeitet.

Den Gedanken nach
Setzen Sie sich in eine Kirchenbank und schaue Sie nach oben. So wie wohl auch viele andere Menschen vor Ihnen, die teils vor vielen hundert Jahren auch in dieser Kirche Platz nahmen oder standen, um sich genau diese eindrückliche Kulisse zeigen zu lassen. Die Stille macht es dabei möglich, sich völlig ins Geschehen zu vertiefen. Nichts lenkt einen ab, man kann die Gedanken schweifen lassen.

Ein bisschen Magie
Wenn man so darüber nachdenkt, ist es doch eigentlich verrückt, welche Wirkung eine Kirche auf uns hat, selbst wenn man nicht an die Existenz Gottes glaubet. Neue Museen, Einkaufscenter oder auch Sportstadien sind gross und haben oft eine besondere Architektur und doch ist es nicht das Gleiche. Wir staunen, ja, doch die Ehrfurcht fehlt. Es ist vielleicht der kleine Funken Magie, dem sich auch der größte Atheist nicht entziehen kann, wenn er ein Haus Gottes betritt, der Respekt vor einer höheren Macht, die aber doch so wichtig ist wie die Luft zum Atmen.

Der Respekt vor den Baumeistern von damals, die ganz ohne 3D-Modelle und der raffinierten Software von heute berechnen konnten, was nötig war, um doch solch atemberaubende Gebäude zu errichten. Der Respekt vor den stumm im Gebet versunkenen Menschen, die vielleicht um Hilfe und Beistand bitten und die man nicht stören möchte. Was auch immer es ist, kaum jemand kann sich diesem Funken entziehen. Und das macht Kirchen auch für Ungläubige zu einem faszinierenden Ort.

Zeitlose Kirche
Wie viel Zeit man im Inneren dieser majestätischen Mauern der Kirche verbracht habe, weiss man oftmals nicht. Als ob sie ihre Bedeutung verliert. Auf dem Weg zum Ausgang schwillt er dann langsam wieder an, der Lärm der Stadt. Die dicken Mauern schirmen das Innere des Gotteshauses gut ab. Doch sobald man die Tür öffnet, sind sie alle wieder da: Die lachenden und plaudernden Menschen. Die bellenden Hunde. Der allgemeine Strassenlärm und die lauten Rufe nach bereits erwarteten Freunden oder einfach nur dem Bus, der gerade losfahren will. Die erhabene Stille, in der man die vergehende Zeit nur am Rande mitbekommt, lässt man hinter sich zurück. Doch wir weiss ja, wo wir sie wiederfinden können.

Probieren Sie es aus! Seien Sie herzlichst Willkommen in der reformierten Kirche Hombrechtikon
Öffnungszeiten
8.00 – 17.00 Uhr von Montag bis Sonntag, auch während den Schulferien.


Andreas Dürr - Kirchenpflegepräsident.

Bereitgestellt: 24.11.2019     Besuche: 40 Monat
aktualisiert mit kirchenweb.ch